Die Segelfreizeit ist zu Ende gegangen.

Bei unverschämt gutem Wetter wurde eine Woche in Heeg durchgesegelt. Es war ein Ferienhaus bzw. kurzzeitig auch 2, sowie ein Polyvalke mit Aussenborder angemietet. In diesem Bugalow verbrachten Barbara H., Claudia und Petra das erste Wochenende. Aus beruflichen Gründen konnten sie nicht eine ganze Woche Urlaub nehmen. Montag mittag fuhren sie wieder heim. So konnten sie die Fahrt nach Workum am Sonntag mitmachen. Unsere gesamt 3 Boote waren dann mit zusammen 14 Personen gut besetzt. Ausser dem Valke waren eine Bennetau Oceanis 31 mit Hubkiel und eine Grundel, der kleinste Typ Plattbodenschiff, gemietet. Auf diesen beiden Booten übernachtete die Besatzung an Bord.
Am Samstag gab es die ersten Testschläge. Die Oceanis blieb im Heegermeer, die Grundel fuhr nach Garstmeer. Gerade hier hatte die Besatzung viel zu üben, nur Claudia war bislang Plattboden gesegelt. Es gab mäßigen Wind und war überwiegend bewölkt und mild.
Sonntag ging es mit allen Booten nach Workum bei Windstärke 2-3. Hier hängte der Polyvalke alle andern Boote ab obwohl er mit 4 Personen ganz ordentlich besetzt war. Die Grundel erwies sich in dieser Woche bei allen Windstärken als das langsamste Boot. Bei starkem Wind wird, aufgrund er längeren Wasserlinie, die Oceanis dann schneller wie der Valke.
Es wurde mitten in Workum am Kanal angelegt. Einen Liegeplatz finden, war in der Woche, so spät im Jahr, kein Problem. Es wurde der Ort besichtigt und sich für den Rückweg gestärkt. Die Abreise wurde verzögert durch die Kaffeepause der Brückenwärter. Pünktlich um 17:15 war diese dann aber beendet und die Brücken öffneten sich für uns. Auf dem Rückweg schlief der Wind dann immer mehr ein und die Motoren mussten helfen. Die Windrichtung war wie voraussgesagt so dass von dieser her auf dem gößten Teil des Weges nichts aufgekreuzt werden musste. Gefahren wurden 11,4 Sm, die Höchstgeschwindigkeit beim Valken lag bei 6 Knoten.
Mo war Slooten das Ziel. Der Kanal zwischen Woudsend und Slootermeer wurde motort, das Meiste andere konnte gesegelt werden. Im Slootermeer kam der Wind so vorlich, dass es nicht möglich war im Tonnenstrich zu segeln, der ein oder andere Holeschlag wurde nötig.
Di. wurde nach Langweer gefahren. Es war wieder Südwind und so bot sich eine Fahrt nach Osten an. Der Wind war leicht stärker und so wurden die Motoren kaum gebraucht. Auch wurde es immer sonniger und wärmer. Auch ein kleines Stück des Prinzessin-Margret-Kanales wurde unter Segel in Angriff genommen. Berufsschifffahrt war aber in den wenigen Minuten den wir ihn benutzen, nicht zu sehen.
Oceanis und Grundel machten im Passanatenhafen fest, der Valke im Valkenhafen. In Langweer erfreute man sich an Strammen Max und anderen Köstlichkeiten. Auch auf dem Rückweg wurden die Motoren nur zum An- und Ablegen verwendet. 12 Sm wurde zurückgelegt.
Mi wurde zunächst ein Auto nach Lemmer gebracht. Dann ging es mit den Booten dorthin. Slooten lag wieder am Weg, diesmal steuerten wir es aber nur für eine kurze Toilettenpause an. Eine größere Pause gab es dann auf einer Marrekrite. Mittlerweile war es für Oktober dermassen ungewöhnlich warm, dass zweie ein Bad nahmen. Die Aussendusche der Oceanis wollte ja auch mal ausprobiert werden. Bei der anschließenden Rumtollerei schlug sich unser Mika dann eine Ecke eines Zahnes ab. Dies hatte einige verzweifelte Anrufe bei Zahnärzten und im Krankenhaus in Lemmer zu Folge. Keiner der angefragten sah sich aber in der Lage einen Notfall dazwischenzuschieben. Rettung brachten 2 Niederländer die auch auf der Marrekrite Pause machten. Sie rieten zum Zahnarzt in Slooten. Dieser war beim Anruf gerade beim Feierabend machen, aber er sagte zu, noch zu warten. Schnell wurden die Leinen eingeholt, das Bugstrahlruder angeworfen und zurück nach Slooten motort. Um Zeit zu sparen und somit die Klappbrücke in Slooten zu umgehen, wurde gleich beim Ortseingang am Kanal angelegt. Tatsächlich stand das ganze Praxisteam noch bereit und sofort wurde der Zahn verarztet. Die abgebrochene Ecke konnte wieder angeklebt werden.
In der Zwischenzeit hatten die beiden anderen Boote den Passantenhafen von Lemmer erreicht. Dort wurde dann auch der Platz für die Oceanis reserviert. Auch der Valke fand einen Platz, den kleinsten den es im Hafen gibt. Dafür hatte die Oceanis den größten Gast-Liegeplatz. Der Abend wurde in der Stadt verbracht. Dies war einer der wenigen Abende an denen nicht selbst gekocht wurde.
Die Valkencrew fuhr mit dem bereitgestellten Auto nach Heeg, Oceanis- und Grundelcrew übernachteten wie immer an Bord.
Am Donnerstag spät-vormittat traf die Valkencrew wieder per Auto ein. Die Oceanis war zu dieser Zeit schon auf dem Ijsselmeer. Bereits in 2017 war ein Abstecher hierhin geplant. Aufgrund starken Windes kam es nicht dazu. Diesmal waren die Bedingungen ideal. Ein 3er Südwind brachte die Oceanis mit durchschnittlich 4 Knoten nach Stavoren. Da dies nur 4 Stunden, in denen keine Segelmanöver nötig waren, benötigte, wurde nicht in Stavoren übernachtet sondern durch Kanäle weitergefahren bis ins südliche Heegermeer. Allerdings neigte sich da der Tag bereits zu Ende. Hilfreiche andere Bootsfahrer assistierten beim Finden eines Liegeplatzes mit Taschenlampen.
Grundel- und Valkencrew entschieden angesichts des guten Windes, nicht den kürzesten Weg zu  fahren, was auch einen langen Weg auf dem vielbefahrenen Prinzessin-Margret-Kanales bedeutet hätte, sondern nach Osten ins Tjeukermeer abzubiegen. Im P-M-Kanal wurde der extra-Tonnenstrich für die Sportschifffahrt benutzt. Teilweise kam der Wind achterlich, so dass auch mal Schmetterling gefahren werden konnte. Kurz vor dem Tjeukermeer eine Klappbrücke öffnete nach einem Motorkringel. Ein Teil des Tjeukermeeres wird von einer Autobahnbrücke überspannt. Wir mußten gleich nach Verlassen des Kanales diese Brücke unterqueren. Es ist eine feste Brücke, 12m hoch. Beide Masten passen darunter durch.
Obwohl das Tjeukermeer mehrere Inseln hat, wurde ohne Pause duchgesegelt, wobei hier der Valke die Grundel wieder hinter sich ließ, was aber nichts nutzte, denn später wurde er von einer klappunwilligen Brücke aufgehalten. Bereits ein großes Motorboot wartet auf die Öffnung. Wir erfuhren dass sie bereits länger warteten und die geplante, vorangegangene Öffnung schon nicht stattgefunden hatte. Die Brücke zeigte Doppelrot, also nicht betriebsbereit. Das Brückenwärterhäußchen war unbesetzt. Es kam wie befürchtet, die 15:40 Öffnung fand nicht statt. Für den Valken war das kein Hinderniss, in 2 Minuten war der Mast gelegt. Bei der Grundel war das leider nicht so einfach möglich, bzw. vom Vercharterer auch nicht gestattet. Grundel musste einen langen Weg zurück in den Prinzessin-Margret-Kanal zurücklegen. Hier paßte dann natürlich die Windrichtung nicht mehr und es musst sehr viel motort werden.
Auch die nächste Brücke wollte für einen Valken nicht öffnen. Offene Boote werden in diesem Teil Frieslands leider diskriminiert. Ein Schild machte deutlich dass für offene Segelboote die Brücken nicht öffnen.  So mußte in Schasterbrug abermals der Mast gelegt werden. Beim Stellen des Mastes, auf der anderen Seite der Brücke, kam ein Mobo des Weges. Hier öffnete die Brücke. Hätten wir das geahnt hätten wir lieber die 5 Minuten gewartet. Weiter ging es für den Valken nach Langweer. Nun kannte sich die Besatzung hier schon aus, allerdings gab es diesmal keinen Strammen Max. Es wurde ein Imbiß angesteuert. Auch sollte der Aufenthalt nicht so lange dauern, Birgit war an Bord und hatte an diesem Tag mit Wolfgang Kochdienst. Dieser war heute nicht gesegelt, er hatte das Auto zurückgebracht und die ersten Vorbereitungen für das Abendessen getroffen.
Zwischen Langweer und dem zu querenden Prinzessin-Margret-Kanal liegt noch eine Brücke. Auch diese ging zunächst nicht freiwillig auf. Es gab aber einen Anforderungsknopf. Ein Aufschiesser brachte uns dorthin, wobei wir aber mit dem Mast einen darüber befestigen Lautsprecher in Gefahr brachten. Die Brücke wechselte von 1 x rot auf rot-grün und begann sich zu bewegen. Da mußten die Segel gar nicht runter. Schnell wurde die Fock backgehalten und auf die Brücke zugesegelt. Es paßte alles, die Brücke war schnell genug oben, wenn auch das Umschalten von rot-grün auf grün, nicht mehr beobachtet werden konnte. Der Valke war das einzige Boot und so ging die Brücke gleich wieder zu. Die Sonne war schon untergegangen und die Brücke machte daraufhin auch sofort Feierabend und zeigte nach der Schließung doppelrot.
Auf dem Valken wurde mit einem Saugnapf ein Rundumlicht installiert. Der weitere Heimweg wurde in immer dunklerer Nacht zurückgelegt, leider war 2 Tage vorher Neumond. Einzig ein Arbeitsschiff war noch unterwegs. Die letzen Meter vor Heeg mußte mit einem Handy nach den Tonnen geleuchtet werden. Leider verfügen sie über keine Refelektoren. Eine rote Tonne wurde gerade noch rechtzeitig erkannt. Birgit konnte sich von den Strapazen der Nachtfahrt nicht erholen und mußte mit Wolfang noch kochen. 17,7 Sm wurden vom Valken zurückgelegt, 5,8 Knoten war die Höchstgeschwindigkeit.
Feitag ging es nach Oudega. Hier fuhr Grundel nicht mehr mit, die Charterzeit lief am Morgen ab. Oudega hat einen engen Kanal woran sich ein kleiner Hafen anschließt. Auch wollte das Ankern mal geübt werden. So wurde die Oceanis vor Oudega verankert. Der Valke diente als Beiboot, damit die Oceaniscrew auch den Ort besichtigen kann. Nachdem dass geschehen war wurde noch eine kleine Stärkung eingenommen.
In Heeg kam der Valke an seinen Liegeplatz zurück. Die bisherige Zeit war er Nachts in der Nähe des Hauses im kleinen Innenhafen. Unsere persönlichen Dinge wurden rausgeholt, die Lenzer geöffnet.
Samsag wurde das Haus noch ausgekehrt, die Schlüssel abgegben und das Haus schon für 2019 optioniert.