Frieslandfahrer wieder da

Fahrt Friesische Seen beendet

Es waren 11 Teilnehmer, einer davon nur Begleitung, der nicht mitsegelte sondern die Gegend per Fahrrad erkundete. 3 Polyvalken waren gechartert. Entgegen der ersten Planung wurde kein Boot mitgenommen. Alle 3 Polyvalken stellte die Stayokay (Jugendherberge) Sneek zur Verfügung. Diese waren je mit einem 3PS 4-Takter Aussenborder und Rollfock ausgerüstet. Die Boote waren in gutem Zustand, Leinen, Fender, Paddel, Ösfaß, wasserdichte Karte waren an Bord. Die Personenverteilung war 3 + 3 + 4. Die 3er-Boote waren reine Damencrews. Am letzten Tag wurden die Besatzungen etwas gemischt.
Am ersten Tag wurde auf einem Kanal nach Osten gesegelt, Richtung Sneeker Meer. Bei einem 6er Südwind und am späten Vormittag aufkommenden starken Schauern und Platzregen fuhr nur eines der Boote bis aufs Sneeker Meer. Die beiden anderen Boote fuhren zur Jungendherberge zurück. Eines davon startete dann nochmal unter Motor zum Shopping und Kaffee nach Sneek. Auf dem Rückweg geriet es in einen weiteren Schauer.
Am Freitag 28.08. ging es über das Sneeker Meer zu einer Kuchen und Kaffepause nach Goringgarip. Alle 3 Boote lagen längsseits hintereinander. Eines davon wurde von der Crew eines Plattbodenschiffes ins Päckchen gelegt, dass diese mehr Platz hatten. Der Kuchen mußte mit etlichen Wespen geteilt werden.
Es ging bei einem sonnigen 3er Wind in den Süden über einen Kanal nach Langweer. Bei Westwind konnte der Kanal unter Segel bewältigt werden. Bei einigen Kurven die der Kanal machte, war auch Kreuzen nötig. Bei 3 Booten eng beieinander wurde das teilweise knapp. Wenn es aber lief wurden auch Motorboote überholt. Vor dem Langwarder Wielen mußte eine Klappbrücke passiert werden. Dies geschah ohne Segel unter Motor.
In Langweer war eine Stunde Pause. Der Ort wurde besichtigt einschließlich der Eisdiele. Gegenüber unseres Liegeplatzes im Jollenhafen lag ein gesunkenes Plattbodenschiff. Auf einer Wiese waren etliche Habseligkeiten zum Trocknen ausgelegt. Von dem Schiff schaute nur noch die Oberseite der Kajüte aus den braunen Fluten hervor. Vorbereitungen zur Bergung wurden noch nicht getroffen. Die Ursache der Havarie ist uns nicht bekannt.
Unter Segel wurde der Hafen verlassen. Das Hereinsegeln war ausdrücklich verboten, wie ein Schild am Hafeneingang auswies. Da beim Herausfahren ein solches Schild nicht vorhanden war, interpretierten wir das dies dann auch nicht verboten ist.
Der Langwarder Wielen wurde dann aufgekreuzt nach Westen gegen den Westwind. Die mit grün.-weißen Tonnen markierte Flachwasserzone wurde gemieden. Beim warten dass alle 3 Boote wieder zusammen sind, am Westende des Sees wurde eine Segeljacht ausgemacht, die mit gesetztem Gross und ohne Fahrt in diesem Flachwasserbereich festsaß.
Hier wurden nun die Segel geborgen, der Rest der Fahrt unter Motor fortgesetzt. Es wurde der schnurgerade Johan Frisokanaal nach Westen motort. Bei einem der Boote wurde die Fahrt zum Nachtanken aus dem Kanister für einige Minuten an einem kleinen Steg unterbrochen. Ein zweites Anlegen an dieser Stelle wurde nötig, da die Festmacherleine zwar gelöst wurde, betreffende Person aber nicht schnell genug wieder an Bord war. Nach einem kleine Kringel war die Mannschaft wieder komplett.
Die Jugendherberge Sneek wurde eine halbe Stunde vor dem Abendessen erreicht. Keines der Boote setzte nochmal die Segel. An der Veranda der JH gab es ausreichend Platz für die Boote.
Beim abendlichen Zusammensitzen sorgte ein schnelles Motorboot ohne Navigationlichter  mit Wasserskifahrer dahinter für Aufregung. Es schüttelte unsere Valken ordentlich durch.
Samstag 29.08. wurde das größte der Gewässer unter den Kiel genommen, das Heeger Meer. Mit etlichen Kreuzschlägen ging es in SW-Richtung nach Elahuizen. Claudia gewann die Regatta und gab per Funk durch das im Hafen genug Platz ist um unter Segel einzulaufen. So geschah es und alle 3 Boote gingen nebeneinander ins Päckchen. Auch im direkt danebenliegenden Cafe fand sich Platz für die 3 Crews.
Nach Ver-und Entsorgung wurde der Hafen unter Segel verlassen. Als nächstes Ziel wurde Workum auserkoren. Dies war unter Segel erreichbar, dank einem 3er SW-Wind. Eine kleine Pause wurde auf der Langehoekspolle gemacht, einer Insel auf dem Heeger Meer, mit kleinem Hafen, ohne weitere Ausstattung. Der größte Teil des weiteren Weges führte durch Kanäle. Etwa 1,5 Stunden verbrachten wir in Kleingruppen in dem lebhaften Ort.
Auf dem Rückweg lies uns der Wind ein wenig im Stich. Der erste Teil im Kanal wurde noch gesegelt, aber früh stellte sich heraus dass das Abendesse so in Gefahr war. So half zunächst der Motor noch mit. Dann wurde die Fock weggerollt, später auch das Gross geborgen. Bei einem der Boote war ein Nachtanken mitten auf dem Heeger Meer nötig, nachdem der Motor abgestorben war. Da mit dem Wind aber auch die Wellen eingeschlafen waren, ging dies tropffrei vonstatten. Als die letzte Crew die JH erreichte, war das Essen schon aufgetischt.
Sonntag wurde der Rückweg nach Sneek in Angriff genommen. Hier wurde der kürzere Weg über Ijilst gewählt. Nicht ohne vorher einen kleinen Abstecher nach Woudsend zu machen. Hier wollten wir, um Weg zu sparen, nicht durch die Klappbrücke durch. Leider gibt es auf der nördlichen Seite nur wenige Liegeplätze. So wurden die 3 Valken ins Päckchen gelegt und ragten so weit in den Kanal hinein. Hier zeigte Heike ihre Lasso-Wurfkünste und legte mit Heckleine schwungvoll an den schon vertäuten Booten an.
Der Wind blies weiterhin mit etwa 3 Beaufort, heute jedoch aus Ost. Da der Kanal zunächst nach Nord führte war ein passieren unter Segel möglich. In Ijilst gab es eine Pause mit Fritiertem. Erfreut wurde festgestellt dass es vor der Brücke einen neuen Steg gibt, wie geschaffen für Valken, da die beschilderte Wassertiefe 90 cm beträgt, also noch 10cm unter dem Kiel verbleiben.
Ab Ijilst läuft der Kanal in NO-Richtung, so dass ab hier der arabische Wind weiterhelfen musste. In der JH Sneek wurden wir schon von einem Mitarbeiter erwartet. Dieser half beim Anlegen und Gepack ausräumen. Diese war in den großen Bug-und Heck-Baxkisten untergebracht.
Pro Boot wurden etwa 3 Liter Benzin verfahren. Die zurückgelegte Wegstrecke betrug 92 km.
Die JH Sneek ist ein moderens Haus. Heeg ist ein älterer Flachbau. Die Heeger Stayokay liegt nah am Heeger Meer, es gibt eine riesige Terasse,eine große Wiese mit Baumbestand. Man kann hier herrlich einen warmen Sommerabend verbringen.
Die Frauenzimmer waren in beiden Jhs recht eng. Die Männer hatten Blick zum Wasser.
Am Montag der Rückweg wurde ebenfalls mit Fahrgemeinschaften gemeistert. Ein Auto besuchte noch Lemmer am Ijiselmeer. Frankfurt war nach einigen kleinen Staus am Nachmittag erreicht.
Die Kosten pro Person lagen bei etwa 250 EUR mit Halbpension, ohne Anreise: