Ein heißer Sonntag

Das heißeste Wochenende des Jahres kam spät. Der August war fast zu Ende, die hessischen Sommerferien grad zu Ende. In der Stadt wurde das Museumsuferfest gefeiert. Zum Segeln kam der Samstag nicht in Frage, da sich bei bis zu 35°C kein Blättchen regte. Zum Sonntag würde aber eine Kaltfront Wind und später Gewitter bringen. So wurde zum Segeln aufgerufen. Eine gute Gelgenheit für die SpoSS-Schüler noch etwas für die demnächst stattfindenede Prüfung zu üben.

So fanden sich ein: Arne und Ina, die auf Crazy für Ihre Prüfung übten, beaufsichtigt von Claudia von einem Topper aus.  Franziska wollte in der Nachmittagshitze noch nicht das Gelände verlassen und lieber noch im Pool planschen. Eine Gruppe Standup-Paddler starteten Richtung Main-Neckarbrücke. Auf Max machten sich zum Museumsuferfest auf den Weg, Birgit als Skipperin, Jo, Petra und Gerhard. Da der Wind schon 3 Bf erreicht hatte, wurde nur die Fock aufgezogen. Abgelegt wurde unter Fock, bei einem Aufschießer dann das Groß voll gesetzt. Eine Bilderbuch-Amboßwolke betrachtete schon drohend den Schiffsverkehr, jedoch im Norden, nicht SW wo der Wind herkam. Auf dem Waschaufloß vor der Friedensbrücke wurde für uns gerade rechtzeitig von gesperrt auf frei umgeschaltet. In der Innenstadt ergab sich, von den verschiedenen Bands, eine ziemliche Kakophonie. Gleichzeitg wurde die Crew von haftigem Seegang gebeutel, ausglöst durch den "Wind gegen Strom" und die zahlreichen stark motorisierten Booten. Nach dem Eisernen Steg wurde gewendet und auf einem Kreuzkurs Fahrtrichtung Heimat eigeschlagen. Ganz ohne Besuch des Festes sollte der Besuch aber nicht enden. So wurde eine schöne Leiter mit 2 Pollern auf der Frankfurter Seite, in der Nähe der Battschkappbühne, als Anlegeplatz auserkoren. Schon wärende dem Anlegen kam Besuch von der Wasserschutzpolizei. Die war nur Neugierg und wollte wissen ob bei uns an Bord alles klar ist. Dem war so, denn noch gab es gekühlte Getränke.

Petra blieb als Wache an Bord, die anderen machten sich auf die Suche nach fester und flüssiger Nahrung. In dieser Zeit kam das nächste Polizeiboot und gab zu verstehen dass wir baldigst abzulegen hätten. So konnte leider eine Pfandflasche nicht mehr eingelöst und 2 Crepp nicht mehr aufgegessen werden.

Wärend wir unsere Landleinen einholten kam dann die DLRG und erklärte dass wir in 5 Minuten den Bereich der temporären Streckensperrung zu verlassen hätten, da das nächste Drachenbootrennen angesetzt wäre. Wir mussten dann erklären das wir gegen den Wind zu fahren hätten und ohne Motor unter Segel dass mit Aufkreuzen nicht schaffen. So wurde uns ein Schlepp angeboten. Unsere vormalige Vorleine wurde zur Schleppleine umfunktioniert und nach einigen Manövern der DLRG kamen wir von der Mauer frei. Ein Dank der DLRG die uns bis zum Warschaufloß zog. Dort wurde die Leine wieder eingeholt, die Fock aufgezogen und das Groß gesetzt. Nachdem wir uns ein wenig vom Waschaufloß freigesegelt hatten wurde kurz beigelegt um die Crepps, die nun nur noch lauwarm waren, aufzuessen. Dank Schifffahrtssprerre kam uns da niemand in die Quere. Die Wolken, immernoch mehr im Norden, denn im Westen, bereiteten sich immer mehr aus, und waren von weiß schon zu dunkelgrau übergegangen. Der Wind frischte deutlich auf. Nach der Main-Neckarbrücke wurden die Böen so heftig das öfter das Groß gefiert werden mußte. Teilweise spritze das Wasser rein. Einzelne Spritzer erreichten sogar das Groß. Einmal gab es beim Fieren sogar eine Brandblase, da keine Segelhandschuhe getragen wurden. Nach dem Anlegen beruhigte sich alles wieder. Der Regen zog nördlich vorbei, der Wind ging wieder zurück auf 3 Bf. Einzelne Böen vorher, hatten nach Windfinder bis zu 6 Bf. Franziska und Rainer ritten das Sturmtief auf der Sailart ab. Sie dachten gar nicht daran den Wind zu verschenken. Einziges Zugeständnis war das ein Reff eingebunden wurde. Sie waren das lezte Segelboot was an diesem Tag auf dem Main noch zu sehen war.

Die Übungsstunde von Arne und Ina waren wärenddessen schnell beendet. Aufgrund eines nicht abgelassenen Schwertes, damit verbundener "verlorener Höhe" und dann hektischen Wenden kenterten sie nach kurzer Zeit. Assistiert von Claudia und mit der Hilfe von 2 Motorbootfahrern war die Jolle schnell wieder aufgerichtet und zurück zum Verein geschleppt. Dabei geriet die Schleppleine noch in den Propeller und wurde abgetrennt. Die nasse Besatzung hat dann auf einen neuerlichen Start verzichtet.

Gegen Abend wurden dann noch 3 Motorboote in Gang gesetzt, um das Feuerwerk vom Wasser aus zu betrachten, wenn auch vor dem Warschaufloß und somit vor der Friedensbrücke.