Segler der Segelfreizeit wieder da

Sa 01.10.2016
Anreise nach Heeg mit 3 Autos, 8 Personen. Schlüsselübergabe für ein 6er und ein 4er Haus, Zimmer beziehen, Essen gegangen im Schnellimbiß, danach noch Flüssignahrung im Ort aufgenommen. In dieser Zeit ging Hagel nieder. Daher länger geblieben als vorgesehen, da es noch eine Weile regnete.

So 02.10.2016
Kurzen Schlag mit den Falken um die Rackenpolle. In den Stadthafen gefahren und im Rahmen eines “Tages der Offenen Tür“ mit einem kleinen Plattbodenschiff mitgefahren. Diese kann man mieten. Wind war so stark dass die Fahrt gerade noch stattfinden konnte. War nass durch überkommendes Wasser. Veranstalter hatte nicht damit gerechnet dass Leute auftauchen würden, die fahren wollten.
Petra und Claudia fuhren nicht mit, denn es paßten nur 6 Leute + Skipper hinein. Die beiden besuchten andere Firmen, die sich an dem Tag der offenen Tür beteiligten. Bei einem Segelmacher nahmen sie an einem Spleiß-Lehrgang teil. Die Plattbodenfahrer klapperten dann auch ein paar Firmen ab. Per Funk wurde ein Treff zwischen allen Beteiligten in der gestrigen Kneipe ausgemacht. Wie auch sonst wurde an diesem Tage im 6er-Haus gekocht.

Mo. 03.10.2016
Dank Nordwind bot sich ein Toern nach E oder W an, wir entschieden uns für W und segelten nach Workum. Gleich am Ortseingang bei einem Bootsausrüster angelegt. Um die Tankstelle nicht zu blockieren im Päckchen. Nach kurzer Fahrt dann am Hauptkanal angelegt. Da kein Platzmangel, nicht im Päckchen sondern hintereinander. In Kleingruppen den Ort und die Gastronomie erkundschaftet, zur ausgemachten Zeit an den Booten getroffen. Am Ortsausgang eine Eisenbahnbrücke war diesmal geschlossen. Hier wurde eh noch nicht gesegelt und es wurde angelegt am Wartesteiger der Brücke. Wie auf dem Hinweg konnte dann fast der gesamte Rückweg gesegelt werden. Dieser führte über Gaastmeer. Das dortige Café hatte leider geschlossen. Die dortige Brücke, die uns im Wege lag, erforderte das Legen des Mastes.
Im Heimathafen legten wir die Boote nicht an ihre angestammten Plätze, sonder in ein Extrabecken, welches näher an unseren Häusern lag.

Di. 04.10.2016
Ostwind mit ca 4 Bf.
Über Woudsend nach Sloten gesegelt. Eines der Boote ab Beginn Soltermeer im ersten Reff. Nass wurden die Crews auf beiden Booten, der Geschwindigkeitsunterschied war gering. Ein Plattbodenschiff mit einer frustriert reinsehenden Schulklasse im Tonnenstrich überholt. Dieses hatte nur ein Vorsegel gesetzt.
An der Brücke vor Sloten hat das Erste auf das zweite Boot gewartet, so dass gemeinsam die Brücke passiert wurde. Es mußten a’ Boot 2 EUR an den an einer Angel vom Brückenwärter herabgehaltenenen Holzschuh gezahlt werden. In Sloten Apfelkuchen und anderes verzehrt. Rückweg über Brandenmar (dort ein Kopftuch über Bord Manöver) Prinzess-Margret-Kanal, Die Welle und Woudsend. Ein paar Km mussten motort werden, weil der Wind gegenan stand, das Meiste konnte aber gesegelt werden.
Petra begleitete einen Teil des Toerns mit einem Mietfahrrad. Sie war auch als Einzige am nicht erreichten Ziel des Tages, Lemmer. Den Segelnden war das Ziel zu weit, bzw. dafür der Start zu spät.
Mit Schrecken wurde festgestellt dass die Biervorräte nahezu aufgebraucht waren. Um 1752 machten sich Birgit und Gerhard schnell mit einem der Valken auf den Weg zum Coop. Angelegt wurde kurz vor der Drehbrücke, nah am Coop. Um 1759 standen sie mit dem leeren Kasten vor der leider schon geschlossenen Tür.

Mi 05.10.2016
Rainer und Franziska fuhren mit Bus und Bahn nach Leeuwarden. Sie stießen am Nachmittag in Sneek auf den Rest der Gruppe. Über IJLst nach Sneek gesegelt. Eine Klappbrücke dazwischen blieb für das zweite Boot extralange offen. Ein Dank an den Brückenwärter. Die Brücke wurde dann mit Motor-Vollgas, dicht genommenem Gross und eingerollter Fock passiert. Nach der Brücke wurde das Gross ausgerefft. Diese Manöver gelang nicht wirklich, zum Glück war kein anderes Boot in der Nähe. Da die Windstärke aber in den Kanälen mindestens ein Bf schwächer ist, wie in den offenen Meeren, war das Ausreffen schon angebracht.  Auch gibt es hier kaum Welle.
Ab IJLst wurde motort da der Wind gegenan stand. Ein Teil des Wege ist zwar ein breiter Kanal, den man auch aufkreuzen kann, aber das vorlichere Boot wollte diese Zeit nicht opfern.
Die Boote wurden in unmittelbarer Nähe des Waterport festgemacht. Undenkbar hier in der Saison einen Platz zu bekommen.
Diverse Ausrüstergeschäfte wurden besucht und für Umsatz gesorgt. Auch das ein oder andere Café profitierte. Hier wurde der leere Bierkasten zurückgegeben und neuerliches Bier erstanden.
Rückweg ging in Richtung Süden aus Sneek raus. Dazu mußte eine Brücke für uns geöffnet werden, die ohne ständigen Brückenwärter auskommen muss. Dazu kommt der Wärter der Brücke vom Waterport per Fahrrad und bedient nach Anruf dann diese Brücke.
Innerhalb von Sneek liegt dann noch die feste Brücke einer Schnellstraße. Diese ist leider zu niedrig für einen Polyvalken, so dass die Maste gelegt werden mußten. Das Mastlegen geht recht schnell und ist auch ohne Anlegen leicht machbar. Das Maststellen, nach der Brücke, ist dann etwas schwieriger. Die Stagstange, befestigt an einem Want, löst sich dabei gern auch ihrer Schlaufe. Wanten und Fallen bleiben gern, am Motor, Pinne oder Baum und Baumstütze hängen. Gut wenn also der Rudergänger die Hände freihat und die diversen Leinen während es Stellens klarieren kann.
Der Rückweg führte über verschiedene Kanäle. Da diesen Weg niemand kannte, war hier genaue Kartenarbeit erforderlich. Ein Teil des Weges führte auch über den Prinzess-Margret-Kanal, wo wir auch auf Frachtschiffe stießen. Ein Mainsegler hat vor ihnen natürlich keine Angst, höchstens Respekt. Der Johann-Friso-Kanal wurde dann vorm Wind mit weit gefierten Schoten bewältigt. An der Einbiegung des Selben vollführte eine 36er Bavaria eine Patenthalse, ohne Schäden.


Do 06.10.2016
Das Heegermeer und das anschließende Fluessen wurde mit raumen Wind heruntergesegelt zur Nije Kruzpole. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es am Wind nach Elahuizen. Leider hatte das dortige Café geschlossen. Wir suchten uns eine windgeschützte Ecke für eine weitere Pause. Der Weg nach hier war nass, nicht wegen Regen, sondern dem überkommenden Wasser. Es war ein 4-5er Wind mit beachtlichen Wellen. Die Boote im ersten Reff. Dennoch war es hier nötig die Lenzer zu öffnen. Trotz 4 Leuten auf der hohen Kante war die Krängung beachtlich.
Ein neuerlicher Versuch wurde gestartet einen Kaffee in Gaastmeer zu bekommen. Das dortige Café war aber nach wie vor zu. Ein Studium der Öffnungszeiten ergab dass es so spät im Jahr nur Freitag bis Sonntag öffnet. Ein Teil der Segler raffte sich zu einem Spaziergang zum Passantenhafen auf. Auch das dortige Restaurant war jedoch geschlossen. Retter in der Not wurde eine Autowerkstatt die gegen eine kleine Spende etwas Kuchen und Kaffee entbehren konnten. Auf einer danebenliegenden Wiese, im Windschatten konnten sich die Segler wieder stärken.
Die Boote blieben auf der östlichen Seite der Brücke. Der Rückweg von Gaastmeer wurde, wie der Hinweg gefahren, so dass eine Unterquerung der Brücke nicht nötig war, die Masten gestellt bleiben konnten.

Fr. 07.10.2016
Uwe verließ uns nach dem Frühstück. Er hatte noch einen Plattboden-Regatta auf dem Ijsselmeer zu fahren.
Claudia machte eine Shoppingtour in verschiedenen Kleinstädten. Die anderen Segelten bei einem 3er NO nach Oudega. Verwirrung stiftete eine eingezeichnete Tonne. Nach Lage hätte es eine Nord-Untiefentonne sein müssen, eingezeichnet war jedoch eine Südtonne. In Echt gab es dann die Tonne nicht, stattdessen ein Bauwerk in der Mitte der Aldegeaster Brekken, welches nicht verzeichnet war.
Die Einfahrt  in den Hafen von Oudega fanden wir mit Hilfe eines einheimischen Seglers. Vor der Einfahrt waren ein paar gelbe Bojen, die wir als Sperrtonnen ansahen, es waren aber wohl nur verwaiste Festmacherbojen. Im winzigen Hafen waren wir die einzigen Gäste. Das einzige Café hatte geschlossen. Aber gerade als wir vorbeigingen öffnete ein Restaurant. Dort konnten wir uns mit Heißgetränken und div. Backwaren stärken.
Auf dem Rückweg schwächelte der Wind etwas, dennoch war es komplett ohne Motor möglich, bis Heeg zurückzusegeln. Bei einem Teil des Weges fiel der Wind zwar sehr vorlich ein, aber mit perfektem Segel und Gewichtstrimm, aufmerksamem Steuern und wenigen Kreuzschlägen,  konnte der Motor aus bleiben.
Claudia war früher vom Shopping zurück und hatte schon ein leckere Soße für die Spaghettis aufgesetzt.
Die Boote wurden für die Rückgabe klar gemacht. Alles ausgeräumt, Segel ungerefft sauber gepackt, gesäubert, Motor runtergeklappt, Lenzer geöffnet, Großschot aufgeschossen, Boote auf ihre Stammplätze gelegt.

Sa. 08.10.2016
Nach dem Frühstück gespült, Geschirr und Stühle wieder den beiden Häusern zugeordnet, gefegt, gepackt und sehnsüchtig noch einer Plattbodenregatta auf dem Heegermeer hinterhergesehen. Der wenige Wind lies den Abschied jedoch leichter fallen. Dann wurden die Schlüssel abgegeben und von Pharkshoeke ausgescheckt.